2007: Petra und Andreas in Simbabwe, Sambia und Malawi

 

Im Jahr 2007 besuchten Petra und Andreas gemeinsam ihre drei Patenkinder im südlichen Afrika. Was sie erlebt haben, erzählen sie hier:

„Viele Plan-Paten träumen davon, ihr Patenkind einmal zu besuchen. Als wir, Petra und Andreas von der Aktionsgruppe, feststellten, dass drei unserer insgesamt vier Kinder in benachbarten Ländern leben, beschlossen wir, diesen Traum gemeinsam wahr werden zu lassen. Die Reise ging nach Simbabwe, Sambia und Malawi.

Wir flogen zunächst nach Harare, der Hauptstadt Simbabwes, von wo uns Plan abholte und ins Programmgebiet Mutoko brachte. Als wir das Dorf von Andreas’ Patenkind Takudzwa erreichten, zeigte man uns zunächst die Schule, wo Pate und Kind zum ersten Mal aufeinander trafen. Die Begegnung war aufgrund der Sprachbarrieren, aber auch wegen der Schüchternheit Takudzwas anfangs etwas schwierig, was sich aber bald änderte.

Das Zusammentreffen mit den Eltern und der Großmutter Takudzwas verlief von Beginn an sehr herzlich. Und als dann noch einige Nachbarinnen hinzukamen, wurde der Besuch spontan zu einem Festtag mit Gesang, Tanz und landestypischem Essen (Sadza = Maisbrei). Spätestens nach dem Auspacken der mitgebrachten Geschenke tauten dann auch Takudzwa und seine beiden Schwestern auf.

Andreas zeigte Takudzwa, wie man Frisbee spielt, und bekam im Gegenzug von Romeo, dem Vater des Kindes, eine Lektion in Holzarbeiten. Außerdem bekam Andreas noch einen Sack “Groundnuts”, eine Art Erdnüsse, geschenkt. Wir haben an diesem Tag viel über die Lebensumstände eines simbabwischen Dorfes und über die Arbeit von Plan gelernt.

In den Tagen nach diesem Besuch begaben wir uns auf eine Reise durch das herrliche Land Simbabwe und lernten dessen Menschen sowie seine Tierwelt kennen. An den Victoria-Fällen passierten wir die Grenze zu Sambia.

 

 

 

Unsere Reise durch den südlichen Teil Sambias voller herrlicher Erlebnisse erreichte für Petra ihren Höhepunkt mit dem Besuch bei Matilda. Wieder wurden wir von Plan-Mitarbeitern am Hotel abgeholt. Unterwegs hatte Petra Gelegenheit, einige Geschenke für die Familie (Grundnahrungsmittel wie Mehl, Zucker, Öl, aber auch Seife) zu kaufen, zusätzlich zu einigen persönlichen Dingen, die sie aus Deutschland mitgebracht hatte.

Auf dem gut 90-minütigen Weg zu Matildas Dorf haben wir erst einen Krankenhausneubau besichtigt, welcher über Plan finanziert wurde. Diese

Station stellt künftig die ärztliche Versorgung der Menschen im Umkreis sicher. Danach haben wir uns noch das Plan-Büro vor Ort angesehen und erhielten einige Informationen über die Projekte. Hier stiegen die örtlichen Mitarbeiter zu, so z.B. Joseph Banda, welcher u.a. für die Übersetzungen der Briefe zuständig und somit fast schon ein alter Bekannter ist. Schon bei den ersten Hütten kamen die Menschen zum Auto und begleiteten uns bis zu Matildas Hütte. Das erste Zusammentreffen zwischen Patin und Patenkind war auch hier aufgrund der Schüchternheit des Kindes eher zurückhaltend. Daran konnte auch das mitgebrachte Fotoalbum erst einmal nichts ändern, obwohl die Fotos bei den anderen Familienmitgliedern für Erheiterung sorgten.

In einer großen Gruppe machten wir uns dann auf, die Wasserpumpe des Dorfes zu besichtigen, welche über die Patenschaftsgelder finanziert
wurde. Auch das Stückchen Land, welches Matildas Vater bewirtschaftet, wurde in Augenschein genommen. Jetzt war das ganze Dorf auf den Beinen. Dieser Besuch war nicht nur für uns etwas Besonderes. Die Dorfbewohner haben Tänze für uns aufgeführt. Groß war die Aufregung, als verkündet wurde, dass wir Bonbons und Luftballons mitgebracht hatten. Da gab es glänzende Augen, nicht nur bei den Kindern.

Anschließend wurden die Geschenke übergeben – wohlgemerkt die Geschenke der Gastgeber an Petra: eine riesige Bananenstaude, eine landestypische Sitz- und Schlafmatte sowie ein kleiner geflochtener Behälter in der Größe eines Fußballs, in welchem 2 kleine Tauben saßen. Die Großzügigkeit dieser Menschen war einfach überwältigend und es ist absolut unmöglich, die Geschenke abzulehnen. Zuletzt wurde dann auch noch ein Huhn überreicht. Keine Chance zu erklären, dass wir so etwas auf keinen Fall mit nach Hause nehmen können.

Dieser Besuch hat nur etwa 3 Stunden gedauert, in denen wir in eine völlig andere Welt ‚hineingeschnuppert’ haben. Besonders beeindruckend war die Herzlichkeit und Freundlichkeit dieser Menschen. Eine Erfahrung, welche unbezahlbar ist. Danach durfte Petra ihre Geschenke überreichen: Spiel- und Schreibzeug für die Kinder und auch einige nützliche Dinge wie ein Behälter zum Transport des Wassers oder eine Dynamotaschenlampe werden sehr gerne genommen. Und mit einem Fußball kann man nie etwas falsch machen.

Drei Tage später fand der Besuch bei Falesi in Malawi statt. Da das Projektgebiet zu Lilongwe gehört, dauerte die Fahrt nur ca. 45 Minuten. Vorher hat Petra auch hier mit Hilfe der Plan-Mitarbeiterin einige Grundnahrungsmittel sowie ein paar Decken besorgt. Es ist erstaunlich, wieviel man hier für wenig Geld bekommt.

 

 

Falesis Dorf ist kleiner als das Dorf in Sambia, aber auch hier waren alle auf den Beinen, um den Besuch zu sehen. Falesi hatte sogar schulfrei!

Die Kinder haben für uns getanzt. Wir haben wieder die Wasserpumpe sowie den Brunnen besichtigt und anschließend auch hier Bonbons und Luftballons verteilt.

Zum Mittagessen wurden wir in die Hütte gebeten. Falesi durfte mit ihrem Besuch essen, während sich der Rest der Familie um die Kochstelle in einer separaten Hütte versammelte. Es gab auch hier, wie schon bei Takudzwa, Nsima (ein Maisbrei) und Gemüsebeilage sowie als Nachtisch gekochten Kürbis.

Danach wurden die Geschenke ausgetauscht. Nützliches wie Nähzeug, Taschenlampe, Zahnbürsten aber auch wieder Material für die Schule und Spielzeug. Für Erheiterung sorgte die Erklärung des „Memory-Spiels“, welches hier wohl künftig mit geänderten Spielregeln gespielt wird. Die Handhabung des Fußballs musste nicht erklärt werden.

Auch hier erhielt Petra ein Gastgeschenk: einen großen Sack Erdnüsse, welche die Familie selbst anbaut.

Dieser Besuch war wieder auf 2-3 Stunden angelegt und so hieß es bald: Abschied nehmen. Der nächste Briefkontakt fällt auf jeden Fall leichter, da Petra jetzt eine Vorstellung vom Umfeld und der Lebenssituation hat, die so ganz anders ist, als wir es uns auch nur vorstellen können.“